Wie tickt Bergen-Enkheim? Was bewegt die Menschen, die Woche für Woche ihre Freizeit in unsere Vereine, Feste, Projekte und Initiativen stecken?
Als 1. Vorsitzende des Vereinsrings – und frühere 43. Apfelweinkönigin 2017/18 – versuche ich genau das herauszufinden.
Ich bin bei unzähligen Veranstaltungen im Stadtteil dabei – nicht, weil ich muss, sondern weil ich will. Denn nur, wenn ich mit erlebe, wie Ehrenamt gelebt wird, kann ich unsere Vereine ehrlich vertreten.
Dieses Kapitel ist mein ganz persönliches Tagebuch: ein Ort, an dem ich Momente, Begegnungen, Erlebnisse und Eindrücke teile – so, wie sie bei mir ankommen.
Mal sind es große Bühnenmomente, mal stille Gänsehaut-Sekunden. Ich kann nicht überall sein, und ich schaffe es nicht immer zu schreiben. Aber wenn ich’s tue, dann von Herzen – und immer mit dem Wunsch, unsere Heimat so zu zeigen, wie sie wirklich ist: engagiert, lebendig, menschlich.
Aber ich möchte auch ganz ehrlich sein: Ich habe großen Respekt davor, in Fettnäpfchen zu treten, versehentlich falsches Wissen weiterzugeben oder etwas missverständlich auszudrücken. Denn ich bin neu im Amt, noch lange keine Expertin – und lerne jeden Tag dazu.
Was du hier liest, sind keine „harten Fakten“ – sondern meine persönliche Sicht, mein Versuch, das, was ich erlebe, authentisch und aufrichtig mit euch zu teilen.
Ich bin ein Mensch, ich mache Fehler, ich frage viel – und ich hoffe, dass gerade darin der Wert liegt: dass wir miteinander wachsen können, auf Augenhöhe.
- Nicole Schmidt-Isermann
Viel Spaß beim Lesen!
1. Juni 2026
Kribbeln, schwitzen, Pipi in den Augen.
Willkommen im Juni.
Das Jahr hat fast schon Halbzeit und wenn ich auf die letzten zwei Monate blicke, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.
Wenn ich alles nochmal überfliege, spüre ich immer noch dieses Kribbeln. Aber ein gutes. Den Stress und die Aufregung habe ich weitestgehend vergessen. Das Gute bleibt. Zum Glück.
Ich fange mal vorne an.
Wie jedes Jahr musste auch der Vereinsring Bergen-Enkheim seine Jahreshauptversammlung abhalten. Ehrlich gesagt gehört sie nicht zu meinen Lieblingsveranstaltungen. Nicht, weil sie unwichtig wäre, ganz im Gegenteil. Aber alles hat seine feste Ordnung, seine Regeln und Abläufe. Und die Anwesenheit der Mitglieder lässt leider oft etwas zu wünschen übrig.
Wobei ich das manchmal sogar nachvollziehen kann.
Viele Bergen-Enkheimer sind in mehreren Vereinen aktiv. Wenn ich allein auf meine eigenen Mitgliedschaften schaue, müsste ich theoretisch jedes Jahr sieben oder mehr Jahreshauptversammlungen besuchen. Sieben zusätzliche Termine in einem Kalender, der ohnehin schon aus allen Nähten platzt.
Trotzdem wünscht man sich natürlich für die eigene Versammlung mehr Beteiligung. Viele Themen lassen sich in einer Gruppe vor Ort einfach besser besprechen als über den langen Weg von E-Mail, Telefon oder WhatsApp.
Über die Jahreshauptversammlung selbst möchte ich heute aber gar nicht mehr so viel schreiben. Dafür gibt es schließlich das Protokoll.
Das wichtigste Ergebnis der Neuwahlen:
Der Vorstand bleibt der alte.
Und darüber habe ich mich gefreut.
Nicht nur, weil ich mein Team sehr schätze, sondern auch weil ich darin eine Bestätigung für die letzten zwei Jahre sehe. Offenbar gab es doch einiges an Zuspruch für unsere Arbeit.
Und ganz ehrlich:
Die erste Amtszeit ist vermutlich die schwierigste.
Und mein Gott, habe ich viele Fehler gemacht.
Aber die Welt ist nicht untergegangen.
Jeder Fehler war eine Lehre. Und jede Herausforderung eine Chance, mutiger zu werden.
Ich warte heute nicht mehr immer auf Perfektion. Ich fange einfach an. Und erstaunlich oft entwickelt sich daraus etwas Gutes.
Ähnlich ging es mir beim Abend der Vereine im Römer.
Als der Stadtverband der Frankfurter Vereinsringe und die Stadt Frankfurt auf mich zukamen und fragten, ob ich eine Rede halten möchte, hatte ich zunächst keine Ahnung, worauf ich mich da einlasse.
Um ehrlich zu sein, wollte ich an diesem Abend eigentlich lieber zur Wahl des Apfelweinkönigs ins ÄppelHäusi.
Der OGV 1899 e.V. Bergen-Enkheim veranstaltet diese Wahl jedes Jahr mit viel Liebe, leckerem Essen und allem, was unsere Streuobstwiesen zu bieten haben.
Dann kam aber die offizielle Einladung.
Und plötzlich stand mein Name im Programm.
Oberbürgermeister Mike Josef.
Uwe Serke der 1. Vorsitzende des Stadtverbands der Frankfurter Vereinsringe und Abgeordnete im Hessischen Landtag
Und dann:
Nicole.
Die Kfz-/Vereinsring-Maus aus Bergen-Enkheim.
Nicht klein. Nicht mit Hut.
Aber trotzdem ein bisschen ehrfürchtig.
Die Location? Der Kaisersaal im Römer.
Die Gäste? Hochkarätig.
Die Verantwortung? Spürbar.
Und mein Herz? Das hat sich komisch angefühlt.
Plötzlich waren sie wieder da, diese Fragen:
Was ziehe ich an? Was sage ich? Wie fasse ich mich kurz?
Darf ich spontan von meiner Rede abweichen?
Oder zaubere ich der Gebärdendolmetscherin damit einen Knoten in die Hände?
Und überhaupt:
Wie fasst man Ehrenamt kurz zusammen?
Das geht doch gar nicht.
Ehrenamt ist nicht nur ein Hobby. Ehrenamt erfüllt ein ganzes Leben.
Nicht nur meins. Auch deins. Und unseres.
Überall, wo wir hinschauen, ist Ehrenamt.
Manchmal sichtbar. Manchmal unsichtbar. Aber es ist da.
Manchmal ist es Handarbeit. Manchmal Muskelkraft. Manchmal Organisation. Manchmal Diskussion. Manchmal kreatives Schaffen. Aber immer ist es eine Herzensangelegenheit.
Und genau das gibt mir dieses Kribbeln. Es gibt mir Sicherheit. Egal, was du tust:
Tu es mit Herz.
Klingt einfach. Ist es aber nicht.
Denn wir müssen uns immer wieder daran erinnern.
Wir wissen nie, was der Mensch gegenüber gerade denkt, fühlt oder braucht.
Wir urteilen oft zu schnell. Dabei sollten wir empathisch sein.
Wir sollten Menschen ein gutes Gefühl geben. Denn Ehrenamt lebt von guten Gefühlen.
Es ist freiwillig. Es wird getragen von intrinsischer Motivation.
Von Leidenschaft. Von Sinn. Von Gemeinschaft.
Und diese Motivation dürfen wir nicht kleinreden.
Wir müssen sie schützen.
Und wir müssen uns gegenseitig unterstützen.
In meiner Rede im Kaisersaal ging es in eine ähnliche Richtung.
Aber hier habe ich etwas mehr Platz für all die Gedanken, die damals aus Zeitgründen keinen Platz mehr gefunden haben.
Die Reden von Mike Josef und Uwe Serke waren ehrlich, motivierend und angenehm humorvoll.
Sie haben mir ein wohles Gefühl gegeben.
Und plötzlich fühlte ich mich in einem Saal voller Geschichte, im Herzen Frankfurts, tatsächlich zuhause.
Dann war ich dran.
Ich stand auf diesem ehrwürdigen Podest.
Vor Menschen, die teilweise deutlich mehr Erfahrung, Verantwortung und Erfolge vorzuweisen hatten als ich.
Ein Saal voller Ehrenträger. Voller Engagement. Voller Respekt.
Und meine Gefühle?
Die waren sehr deutlich zu spüren.
Kribbeln. Leichtes Zittern. Leichtes Schwitzen. Und ganz viel Wärme.
Aber es fühlte sich nicht an wie eine Präsentation oder ein Pitch.
Es war etwas anderes.
Ich fühlte mich wohl.
Ich war überzeugt von dem, was ich sagte.
Wie hätte ich es auch nicht sein sollen?
Ich sprach über etwas, das ich liebe.
Über etwas, das mich trägt.
Ehrenamt ist für mich ein Lebenselixier.
Ich musste nichts verkaufen. Niemanden überzeugen. Nichts vorspielen.
Und schon gar nicht lügen.
Ich musste einfach nur erzählen, was ich fühle.
Und dann kam das Ende meiner Rede.
Ich bedankte mich. Schaute in den Saal. Und ich schaute zu Bea.
Pipi in den Augen. Bei ihr. Und bei mir langsam auch.
Und dann passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Der Kaisersaal stand auf.
Standing Ovations.
Für mich. Für meine Worte. Für das Ehrenamt.
Und da war es vorbei.
Pipi in den Augen. Gänsehaut. Schwitzige Hände.
Und keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll.
Diesen Moment werde ich nie vergessen.
Nicht wegen des Applauses.
Sondern wegen dessen, wofür er stand.
Für Anerkennung. Für Gemeinschaft.
Für all die Menschen, die jeden Tag etwas für andere tun.
Und das Schönste, meine Rede wurde zu einem Türöffner für so viele tolle Gespräche mit spannrnden Menschen voller Herzblut und interessanten Vereinen und Perspektiven.
Ich durfte Menschen kennenlernen, die genauso viel Herzblut für ihre Vereine mitbringen wie wir in Bergen-Enkheim.
Menschen, die meinen Horizont erweitert haben.
Und nach einer unglaublich stressigen Woche voller Termine fiel mir an diesem Abend zum ersten Mal wieder etwas von den Schultern. Ich konnte durchatmen und einfach genießen.
Gemeinsam mit vielen Herzensmenschen.
Danke an alle, die mich umsorgt haben.
Danke für die Möglichkeit, mein Herz auszuschütten.
Danke für die Gastfreundschaft.
Danke an den Stadtverband der Frankfurter Vereinsringe.
Danke an die Stadt Frankfurt.
Danke an Mike Josef.
Und vor allem:
Danke dem Ehrenamt. <3
P.S. es ist natürlich noch viel mehr in den zwei Monaten passiert, aber das gibts ein ander mal ;)
18. März 2026
Wie es immer so ist...
Meine Muse und die Zeit, mich einfach mal auf mich und den Moment zu fokussieren, kommen und gehen. Der Alltag mit all seinen Herausforderungen und den hunderten offenen Tabs in meinem Kopf läuft einfach weiter. Achtsamkeit kommt dabei meist zu kurz.
Dabei kann man sie immer wieder und den ganzen Tag praktizieren, genauso wie Dankbarkeit.
Kostet alles nix, kann aber so viel.
Und auch sich selbst darf man dabei nicht vergessen.
Leider bin ich da manchmal etwas inkonsequent. Oder vielleicht auch einfach sehr in mich gekehrt. Ich vergesse es, achtsam zu sein. Ich vergesse mir Zeit zu nehmen.
Ich vergesse, meine soziale Batterie wieder aufzuladen.
Ein Buch lesen, Musik höre oder dieses Tagebuch schreiben.
Dabei gibt mir genau das so viel Kraft, mich um meine Gedanken und Gefühle zu kümmern und Erinnerungen festzuhalten.
Eines meiner Highlights dieses Jahr war unser Neujahrsempfang im Januar.
Mein zweiter als 1. Vorsitzende. Und es war anders.
Leichter. Wir kannten die Vorbereitung, die To-dos, den Ablauf und auf was zu achten ist.
Wir hatten einfach Übung. Und genau das hat mir geholfen. Ich konnte mich mehr entspannen.
Mehr wahrnehmen. Mich auf andere Dinge konzentrieren.
Mir war es wichtig, in diesem Jahr über Ehrenamt und Dankbarkeit zu sprechen.
Nicht politisch zu werden.
Nicht die Dinge in den Vordergrund zu stellen, die uns ärgern oder frustrieren.
Sondern einen positiven Impuls für das neue Jahr mitzugeben.
Für die Menschen im Saal.
Und ich glaube, oder ich hoffe, das ist mir gelungen.
Ich war zufrieden mit meiner Rede.
Und ich habe gespürt, dass etwas davon bei den Gästen angekommen ist. Ich habe so viel Liebe erfahren und das hängt immer noch nach.
Und dann kam dieser Moment…
Am Ende meiner Rede durfte ich noch etwas ganz Besonderes tun:
45 Jahre Engagement, Verantwortung, Vertrauen, Aufopferung.
Sigrid Vetter, 1. Vorsitzende der Landfrauen Bergen-Enkheim.
Ich hatte die große Ehre, diese unglaubliche Frau auf die Bühne zu holen und zu ehren.
Und dann…
Hola die Waldfee.
Frau Vetter kam, nichts ahnend, von ihrem Tisch durch den Saal gelaufen.
Und plötzlich:
Alle standen auf.
Eine Standing Ovation.
Der ganze Saal.
Applaus. Respekt. Anerkennung.
Dieser Moment…
Der hat mich tief getroffen.
Weil man gespürt hat:
Hier wird nicht einfach nur geklatscht.
Hier wird gesehen, was jemand über Jahrzehnte geleistet hat.
Jeder im Raum hat auf seine Weise erlebt, was sie für Bergen-Enkheim getan hat.
Was sie aufgebaut hat. Was sie getragen hat.
Und das, zum größten Teil, in ihrer Freizeit.
Dieser Saal war in diesem Moment gefüllt mit Respekt und Dankbarkeit.
Und ich…
Mir gribbelt die Haut, die Augen werden feucht, jetzt immer noch.
Genau das sind sie.
Diese Momente.
Diese echten, ehrlichen, still lauten Augenblicke.
Die das Ehrenamt ausmachen, die unseren Ort ausmachen, die mein Zuhause ausmachen.
DANKE!
- Nicole
11. Januar 2026
"Lang ist’s her..."
Lang ist’s her – aber ich hab’s gar nicht gemerkt. Die Zeit rennt. Eine Veranstaltung jagt die nächste, dazwischen Sitzungen, To-Do-Listen, Hausaufgaben des Lebens. Und trotzdem – oder gerade deswegen – will ich kurz innehalten.
2025 war voll. Voller Momente, voller Begegnungen, voller Herz. Und ich bin dankbar. Dankbar, das alles miterlebt zu haben. Zu sehen, wie die Tradition der Marktburschen und -mädsche wieder auflebt – getragen von jungen Menschen, die nicht jammern, sondern machen. Die sich Urlaub nehmen, mitanpacken, organisieren, aufbauen, abbauen – von früh bis spät, rund um den Berger Markt. Einfach stark. Lieben wir!
Der Berger Markt war ein Highlight – nicht nur für mich. Der Festumzug? Bunt, kreativ, lebendig. Jeder einzelne Beitrag hat ihn besonders gemacht. Danke an alle, die mitgemacht haben – motiviert, spontan, flexibel. Es war schön, mit euch unterwegs zu sein. Und ja – meine Motivation, es 2026 nochmal besser zu machen, ist zurück. Mehr denn je.
Aber ganz ehrlich: Manchmal tun Kommentare im Netz weh. „Der Umzug ist mickrig“, „Der Baum ist zu klein“, „Früher war alles besser“… Diese Sätze sind schnell geschrieben – ändern aber nichts. Wer wirklich etwas verändern will, der muss mit anpacken. Und da können sich viele ein Beispiel nehmen – z. B. an unseren Marktburschen und -mädsche.
Mehr Einsatz. Mehr Würdigung. Und manchmal auch einfach: Fresse halten.
Ja, das klingt hart. Aber Ehrenamt ist kein Selbstläufer. Es ist Ehrensache. Und es ist Arbeit – neben Job, Familie, Haushalt, Leben. Es ist Verantwortung. Es ist Druck. Und ja, manchmal ist es
auch zu viel. Man fällt in ein Loch, die Gedanken werden schwer. Aber wir dürfen nie vergessen:
Ohne uns läuft hier gar nichts.
Keine Feste. Kein Miteinander. Keine Begegnungen. Keine Lebensqualität.
Dafür tun wir das. Und das ist gut.
Aber: Pausen sind wichtig. Runterkommen. Durchatmen. Auftanken.
Und dann wieder gemeinsam aufstehen. Wieder loslegen. Wieder was bewegen.
2026 steht vor uns – wie ein leeres Blatt. Wir wollen es besser machen. Wir dürfen aus Fehlern lernen, ohne an ihnen zu verzweifeln. Niemand von uns hat das Ehrenamt "gelernt". Wir wachsen da rein. Mit Herz. Mit Rückhalt. Mit Mut.
Also lasst uns weniger meckern, mehr machen.
Lasst uns Freude finden – in den kleinen Dingen.
Lasst uns Gemeinschaft leben – echt, ehrlich und mit offenen Armen.
2026 wir sind bereit!
- Nicole
(ich, die gerade mal wieder merkt, warum sie das alles macht.)
26.Juni 2025
"Zwischen Erschöpfung, Trampolinmomenten und echter Dankbarkeit"
Die Vorbereitungen für das Altstadtfest Bergen-Enkheim laufen auf Hochtouren – und in diesem Jahr ist alles neu für mich:
Mein erstes Altstadtfest als 1. Vorsitzende.
Unser erstes Fest als neuer Vorstand.
Unsere erste große Feuerprobe.
Und ja – ich will ganz ehrlich sein: Es ist eine Herausforderung.
Nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional.
In den letzten Wochen habe ich häufig meine Grenzen gespürt.
Ich habe mich oft dafür entschuldigen müssen, dass ich Dinge vergessen habe. Dass ich nicht zurückgerufen habe. Dass ich einfach mal nicht mehr aufnehmen
konnte.
Der Kopf war voll.
Der Kalender überfüllt.
Die Energie – kurzzeitig – aufgebraucht.
Und genau in solchen Momenten wurde mir wieder bewusst, wie viel das Ehrenamt geben kann – wenn man nicht allein ist.
Mein soziales Netz - Mein Trampolin. Ich bin unglaublich dankbar für meinen Vorstand. Für die Menschen um mich herum.
Für meinen Partner, der einfach da ist, wenn ich in Gedanken versinke.
Immer wieder werde ich aufgefangen, wenn’s zu viel wird.
Und nicht nur das – ich werde hochkatapultiert, getragen von der guten Energie der anderen.
Das Ehrenamt ist nicht nur Verantwortung –
Es ist auch Gemeinschaft.
Nicht nur ein Falltuch. Eher ein Trampolin.
Und das wird zu selten erwähnt.
Schritt für Schritt. Jetzt bin ich wieder mittendrin:
Aufgabenlisten abhaken, Genehmigungen einholen, Helfer koordinieren, Bühnenprogramme klären, Plakate, Getränke, Aufbau, Absperrung, Strom, Musik, Müll …
Die To-Do-Liste ist lang – aber jede Erledigung ist ein kleiner Erfolg.
Und ich weiß: Es wird nicht alles perfekt laufen.
Ich werde Fehler machen. Etwas vergessen. Improvisieren müssen.
Es ist ok. Es ist menschlich
Und manchmal reicht das. Manchmal ist es sogar genau das, was es braucht.
Mein Fazit:
Ich freue mich auf das Altstadtfest.
Mit all seinen Herausforderungen, seinem Trubel, seinen Begegnungen.
Ich freue mich auf Musik, Menschen, Momente – und darauf, dass unser Bergen-Enkheim wieder gemeinsam feiert.
Und falls ihr mich irgendwo mit Zettel in der Hand und zwei offenen Tabs im Kopf seht –
klopft mir einfach auf die Schulter.
Oder bringt mir ein Stück Kuchen.
Das hilft immer.
-Nicole
29.Mai bis 1. Juni 2025 - Bergen-Treffen in Bergen/Saar
"Zwischen Schwenkgrill, Viez und ganz viel Gastfreundschaft"
Am Donnerstagvormittag ging’s los – die Reisegruppe aus Bergen-Enkheim machte sich im Reisebus auf den Weg nach Bergen/Saar.
Wir im privaten Auto waren etwas später dran, aber die Stimmung war super – beste Musik im Gepäck, gute Laune im Herzen und knapp 210 Kilometer
Fahrt vor uns.
Leider verpassten wir dadurch den Ausflug zur Glockengießerei Mabilon und die Besichtigung der Saarburg – schade, da soll es toll gewesen sein. Dafür landeten wir zufällig auf einem THW-Fest kurz vor Losheim, wo wir spontan eine Pause einlegten – mit leckerem Essen, kühlen Getränken und ein bisschen Entdeckerfreude.
Im Hotel angekommen, schnell frisch gemacht – und ab zum Bergen-Treffen auf dem Festplatz!
Los ging’s mit einem Gottesdienst: kurz, bündig, tiefgründig – genau richtig. Danach zogen wir alle gemeinsam rüber auf den Festplatz, der richtig
gut organisiert war:
Viel Platz, gute Aufteilung, von vegan bis Schwenkgrill alles dabei – und ja, sogar Apfelwein. In Bergen/Saar nennt man ihn Viez.
Gemeinsam stark: Bergen stellt sich vor
Im Festzelt war die Stimmung bestens, die Moderation professionell und charmant.
Bei der Eröffnung durfte sich jedes „Bergen“ vorstellen – und auch ich habe nach unserem stellvertretenden Ortsvorsteher ein paar Worte gesagt.
Im Nachhinein denke ich: Ich hätte mehr sagen können, (ich hatte Angst die Aufmerksamkeit des Publikums überzustrapazieren.)
Über unser Bergen-Enkheim, den Schelm von Bergen, Kaiser Barbarossa, die Streuobstwiesen, den Naturschutz, unsere Vereine, unsere Traditionen… Ich hätte den ganzen Abend füllen
können!
Und vor allem hätte ich noch viel mehr Menschen danken wollen:
Mein Großes DANKESCHÖN geht an:
💙 Inge Sänger – unsere Organisationsheldin, die alle Ausflüge liebevoll geplant und wie eine Hirtin alle Schäfchen zusammengehalten
hat.
💙 Bea Müller-Mamerow – meine Vorgängerin, die mich vorgestellt und mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat.
💙 Ortsbeirat 16 der Stadt Frankfurt am Main – für die finanzielle Unterstützung und das Herz für Tradition.
💙 PEP Cars e.V. & Peter Roth – für den Äppelwoi, der unseren Marktstand bereichert
hat.
💙 Simone Elloumi (Geschäftsführerin der Marktschänke) für die leckere Grüne Soße, zubereitet von Markus Rudeck (Feinkostgarage)
💙 Mein Bruder Thomas – für die Hilfe bei den Bethmännchen.
💙 Die Familie Eibl & unser Apfelweinkönigin Marie Sophie I. – für den Handkäs‘ mit Musik und die authentische Standbetreuung.
💙 Alle, die Zwiebeln geschnippelt, Gläser gespült, Fragen beantwortet und Bergen-Enkheim vertreten haben – ihr habt mir den Arsch gerettet und uns würdig repräsentiert!
💙 Mein Partner – der mir den Rücken freihält, wo er nur kann.
💙 Und natürlich: Bergen/Saar! – für die herzliche Gastfreundschaft, die Organisation, die Social Media-Arbeit, die Infrastruktur, die liebevolle
Betreuung. Jeder Tag war perfekt geplant, jeder Programmpunkt ein Erlebnis. Ihr habt uns ein unvergessliches Bergen-Treffen geschenkt.
Meine persönlichen Highlights:
Samstag: Unser Marktstand! Ich konnte mich ein wenig austoben und hatte ganz viel Freude die Besucher:innen zu empfangen. Das positive Feedback hat mich umso glücklicher gemacht.
Goasslschnalzer aus Bergen/Chiemsee – Mit viel Schwung, Tradition und ordentlich Wumms haben sie das Festzelt zum Staunen gebracht.
Plattentänzer aus Bergen/Rügen – Die Mischung aus Folklore, Musik und tänzerischem Können war ein echtes Highlight und hat alle begeistert.
7 Bergens aus Deutschland waren dabei – und wir alle waren verbunden durch die Liebe zum Ehrenamt und die Freude am gemeinsamen Feiern.
Ausblick für die Zukunft:
Wir vom Vereinsring Bergen-Enkheim wollen auch in Zukunft beim Bergen-Treffen dabei sein – und uns aktiv einbringen:
👉 Mit einem Programm für die Jugend,
👉 Mit neuen Ideen,
👉 Und mit dem Ziel, diese wunderbare Tradition lebendig zu halten, damit das Bergen-Treffen nie
ausstirbt.
Mein Ansporn:
Beim nächsten Bergen-Treffen will ich nicht nur dabei sein – ich möchte unser Bergen-Enkheim auch mit einem eigenen Beitrag auf der Bühne
repräsentieren.
Vielleicht ein kleiner Auftritt, ein gemeinsamer Tanz, ein Chor, eine Mitmachaktion – irgendetwas, das unsere Vielfalt und unser Herz zeigt.
Mein Fazit:
Viez, Schwenkgrill, Blumendeko– alles schön und gut.
Aber das Beste am Bergen-Treffen sind die Menschen, die es möglich machen.
Und die Gemeinschaft, die daraus entsteht.
Danke, danke, danke – für alles.
Bis zum nächsten Mal!
#bergentreffen25
- Nicole
27. April 2025 - Streuobstfest beim MainÄppelHaus auf dem Lohrberg
"Schafe, Schoppen und Sonnenschein"
Perfektes Wetter. Perfekter Ort. Perfekter Sonntag.
Was braucht man mehr für einen gelungenen Ausflug als ein Streuobstfest auf dem Lohrberg – mit Aussicht, Apfelduft und Apfelwein?
Das MainÄppelHaus hatte eingeladen und ich war natürlich dabei – nicht als Vereinsring-Vorsitzende, sondern auch als begeisterte Spaziergängerin mit Hund und Herz für Natur und Nachbarschaft.
Schon beim Ankommen war klar: Hier ist heute richtig was los.
Ob mit Kinderwagen, Picknickdecke oder Vierbeiner – überall verteilten sich die Besucher auf dem weitläufigen Gelände. Manche saßen an Bänken, andere lagen unter Bäumen, wieder andere standen mit
einem Glas Appelsaft oder Ebbelwoi zwischen Apfelbäumen und Kräuterbeeten.
Und mittendrin: Gerhard, wie immer engagiert, souverän und gut gelaunt, der das bunte Treiben zusammen mit seinem Team koordiniert und organisiert.
Was es zu entdecken gab? Regionale Aussteller mit Essen & Getränken, Handwerk & Kunst, u.a. der Töpferin, dem Flechtmöbel-Restaurator und dem Dressler, Streuobstwiesen, Kräutergärten, Nutzpflanzen & Tiergehege und die neuen Schafe, die seit Kurzem dort wohnen – und das Gelände noch lebendiger machen.
Natürlich habe ich auch meine Hündin mitgenommen – und sie hatte wahrscheinlich genauso viel Freude wie ich. Es war ein Fest für alle Generationen und Arten. 🐾🍎
In einer ruhigeren Minute hat Gerhard mir noch etwas ganz Besonderes gezeigt: den fast fertigen neuen Seminarraum, liebevoll auch
„Hörsaal“ genannt.
Nach erstaunlich kurzer Bauzeit steht das Gebäude nun da – schlicht, schön und voller Zukunft.
Es soll künftig genutzt werden für: Kurse rund um Streuobstpflege & Naturschutz, Seminare zu Nachhaltigkeit und Bildung, Workshops für Groß und Klein.
Zwar braucht der Innenausbau noch etwas Zeit – aber ich war schon jetzt beeindruckt. Und ganz persönlich: Ich möchte unbedingt einen Kurs belegen, um meine kleinen Apfel- und Kirschbäume besser zu pflegen und zu verstehen.
Denn was nützt der schönste Hang, wenn er keine Früchte mehr trägt?
Mein Fazit:
Ein Fest wie es sein soll: Natürlich. Entspannt. Inspirierend.
Danke an das Team vom MainÄppelHaus, an alle Aussteller – und an die Natur, die an diesem Sonntag ganz einfach mitgespielt hat.
Auf dass der Berger Hang immer Früchte tragen möge –
und das nicht nur im wörtlichen Sinn. 🍏🌳
- Nicole
25. April 2025 - Stammtisch und Wahl des Apfelweinkönigs
"Schoppen, Stimmen und ein Haus voller Herz"
Am Freitagabend hieß es: Wer den besten Ebbelwoi will, muss früh da sein!
Schon vor 18 Uhr standen die Menschen Schlange vor dem Äppelhäusi in Enkheim – dem kleinen, gemütlichen Fachwerkhaus, das an solchen Abenden
aus allen Nähten platzt.
Alle wollten ihn probieren: den besten Apfelwein Bergen-Enkheims.
Und die Kelterer? Die hofften natürlich heimlich, dass ihr Schoppen am Ende den begehrten Titel holt.
Wir hatten Glück: Gemeinsam – ein bunter Mix aus altem und neuem Vorstand – konnten wir uns einen großen Tisch unter dem charmanten Dach sichern. Ich habe mich riesig gefreut über dieses Wiedersehen.
Leider musste ich den Abend kurz unterbrechen:
Eine andere Jahreshauptversammlung rief – Pflicht geht vor. Also raus aus dem Fachwerkhaus, kurz zum DRK – und danach schnell zurück zu meinem Tisch.
Natürlich hatte ich dadurch die ersten fünf Schoppen der Blindverkostung verpasst.
Aber keine Sorge:
Nach meiner Rückkehr durfte ich nicht nur weiter probieren, sondern auch die verpassten Sorten noch nachholen!
Ein Hoch auf Nachsicht, Ehrenamt und Flexibilität!
Was soll ich sagen:
Meinen Lieblingsschoppen habe ich an diesem Abend leider nicht gefunden.
Aber richtig einig waren wir uns ohnehin nicht – jeder Tisch, jede Gruppe hatte ihre eigenen Favoriten. Und genau das ist doch das Schöne an so einem Abend:
Geschmack ist bunt. Vielfalt ist besser als Einheitsbrei.
Was mich besonders begeistert hat: Die schnelle Organisation, die aufmerksame Versorgung, die Leberkäs-Brötchen, die goldrichtig waren nach so vielen Schoppen und die gute Stimmung, die uns durch den ganzen Abend getragen hat.
Danke an das Team vom OGV Bergen-Enkheim und alle Helfer:innen für diesen tollen Abend!
Und Danke für die Möglichkeit, mit wählen zu dürfen – denn mal ehrlich:
Wahlrecht ist eine wunderbare Sache. 🍏🗳️
- Nicole
3. April 2025 - Seniorenveranstaltung des Ortsbeirat 16 & Seniorenbeauftragten Bergen-Enkheim
"Zwischen Dankbarkeit, Kaffee und Kinderlachen"
Ja, ich weiß, was ihr vielleicht denkt... „Seniorenveranstaltung? Da bist du doch noch etwas jung für!“ – Und genau das habe ich mir auch gedacht. Aber ich war ehrlich gesagt richtig glücklich, dass ich eine offizielle Einladung bekommen habe. Denn diese Einladung war für mich nicht nur ein schönes Zeichen der Wertschätzung, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit, Menschen zu treffen, die unser Bergen-Enkheim geprägt haben – und die wir viel zu selten wirklich sehen oder hören.
Schon auf dem Weg zur Stadthalle begegneten mir ältere Mitbürger:innen – festlich gekleidet, zielstrebig, mit kleinen Schritten und großer Vorfreude. Ich hatte ein gutes Gefühl. Ich freute mich auf den Nachmittag – auf herzliche Begegnungen, warme Worte und diese besondere Atmosphäre, die entsteht, wenn Menschen zusammenkommen, die nicht mehr so oft an anderen Festen teilnehmen können.
Und ich wurde nicht enttäuscht.
Beim Ankommen war sofort klar: Die Stimmung war wunderbar. Freudige Gesichter, der Duft von frischem Kaffee und hausgemachtem Kuchen und ganz viele tatkräftige Helfer, die alles vorbereitet hatten. Nach ein paar Gesprächen und etwas Zeit füllte sich der große Saal.
Ursprünglich sollte die Veranstaltung wohl im Volkshaus Enkheim stattfinden – aber die Entscheidung für die Stadthalle war goldrichtig. Ich habe den Saal selten so voll gesehen – zuletzt bei der großen Prunksitzung des Karnevalverein Enkheim. Am Rand standen Infostände zu Pflege, Physio, Polizei und mehr – alles präsent, informativ und gut eingebunden.
Auf der Bühne wurde gesungen, getanzt und gesprochen.
Mein persönliches Highlight: Die Kinder.
Sie sind manchmal ein bisschen verpeilt, manchmal voller Energie – aber immer ehrlich und mit ganzem Herzen dabei. Ich kann gar nicht anders, als mich mitzufreuen. Es war einfach schön, diesen Generationenmoment mitzuerleben.
Ein weiteres Highlight: Die Rede von unserem Schutzmann vor Ort, Herrn Trumpp.
Mit seinem trockenem Humor gelingt es ihm jedes Mal, ernste Themen wie Trickbetrug oder Internetfallen so zu erzählen, dass sie im Kopf bleiben
– und dabei niemandem die gute Laune verderben. Ein echtes Talent.
Ich war ehrlich überwältigt von der Zahl der helfenden Hände, von der Energie, die da drinsteckte – und natürlich: von den Mengen an Kaffee und Kuchen, die liebevoll verteilt wurden. Diese Atmosphäre wünsche ich mir auch für unsere Veranstaltungen: dieses Herzblut, dieses Wir-Gefühl.
Ich muss zugeben: Zwischen all den Aktiven habe ich mich kurz etwas überflüssig gefühlt. Also habe ich spontan ein paar Programme geschnappt und auf den Tischen verteilt – es war nicht viel, aber ich wollte mithelfen, irgendwie.
Und es war auch schön zu sehen, dass das DRK Zeilsheim da war – ruhig, professionell, herzlich – einfach da, wenn man sie braucht.
Was soll ich sagen? Ich bin inspiriert. Von euch. Von eurem Einsatz. Von eurer Freundlichkeit. Und ich freue mich schon auf das nächste Mal.
Danke, dass ich dabei sein durfte.
-Nicole
8. März 2025 - Tag der Vereine im Hessen-Center
"Torwand, Torten und To-Do-Listen"
Wieder ein Tag, an dem ich nervös war. Wieder ein erstes Mal.
Der Tag der Vereine im Hessen-Center war für mich – ähnlich wie der Neujahrsempfang – eine Veranstaltung, die ich von Anfang bis Ende selbst mit organisiert habe. Und das ist wirklich nochmal
eine ganz andere Nummer, als „nur“ dabei zu sein.
Zusammen mit meinem Stellvertreter Michael und der Center Managerin Frau Cekirdek haben wir schon ein halbes Jahr im Voraus mit der Planung begonnen. Zwei, drei Arbeitstreffen, davon eines mit interessierten Vereinen – alles lief gut an. Doch als es in die heiße Phase ging, da… ja, da habe ich getrödelt. Das muss ich zugeben.
Ich habe die Bewerbung und das aktive Animieren der Vereine zu lange aufgeschoben.
Und ich musste feststellen: Hinterherrennen ist anstrengend.
Viele kämpfen ihren eigenen Kampf – und ich manchmal eben auch. An vielen Tag haben ich die ständige Erreichbarkeit satt. Ich bin
erschöpft, meine Kreativität und Motivation leiden und ich möchte am liebsten gleich hoch an die Ostsee fahren, in das Ferienhaus vom Opa auf dem Grundstück, in dem Dorf in dem es keinen Empfang
gibt. Es ist nicht einfach, aber ich versuche achtsam zu sein und mich zu bessern.
Kleiner Tipp: Postkarten und WhatsApp funktionieren bei mir am besten.
Nach dem offiziellen Verteiler-Mail an alle Vereine habe ich zusätzlich einige persönlich angesprochen. Das Feedback? Teils motivierend, teils kritisch – insbesondere der Termin war für einige ein Problem. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ein anderer Tag mehr Beteiligung gebracht hätte, aber eins steht fest: Beim nächsten Mal machen wir eine Online-Umfrage. Vielleicht bindet das die Vereine besser ein – und es ist fairer.
Trotzdem – und Gott sei Dank! – 11 Vereine haben teilgenommen.
Ich war kurz vorher wirklich am Boden, hatte Angst, am Samstag mit ein paar leeren Tischen im Center zu stehen. Ein bisschen wie damals in der Abi-Motto Woche. Das Thema für den ersten Tag:
Einschulung. Gesagt, getan. Ich lief also den ganzen Tag verkleidet wie bei der Einschulung mit originaler Schultüte durch die
Schule. - Allein. (Ich hab's überlebt, ja – aber schön war’s nicht.)
Und was soll ich sagen?
Es war ein richtig schöner Tag.
Zwar war das Hessen-Center nicht überlaufen – es war einfach zu sonnig draußen –, und die Landfrauen sorgten sich, dass ihre vielen Kuchen keine Abnehmer finden würden. Aber die Stimmung an den Ständen und auf der Bühne war fantastisch.
Ich habe bei meinen Rundgängen tolle Gespräche geführt und herzliche Menschen getroffen. Und ja, ich habe mich an der Torwand blamiert – aber wenigstens gabs danach noch ein Foto, und Spaß hat’s gemacht.
Zwei Stände waren etwas unterbesetzt – wegen Krankheitsfällen und interner Misskommunikation. Aber was mich berührt hat: Ein Verein hatte eigentlich abgesagt. Nur wurde das nicht an alle Mitglieder weitergegeben – und so standen plötzlich ein paar wundervolle, engagierte Mädels dort. Ohne Equipment, aber mit Haltung. Sie sind geblieben, haben sich dazugestellt und ihren Verein würdevoll vertreten. Ich ziehe den Hut vor euch!
Das Feedback? Durchweg positiv, abgesehen vom verständlichen Wunsch nach mehr Laufkundschaft. Aber das ist eben auch Wetter, Zufall und Glück.
Nach acht Stunden Gespräche, Austausch und Vereinsfreude war ich erschöpft, aber
stolz.
Motiviert, beim nächsten Mal noch besser zu werden.
Ein herzliches Dankeschön an das Hessen-Center für diese tolle Möglichkeit – und ein ganz besonderes Dankeschön an Frau Cekirdek für Ihre zuvorkommende Art, Ihren professionellen Blick und die reibungslose Umsetzung. So macht Zusammenarbeit Spaß.
- Nicole
8. Februar 2025 - Apfelwein Anstich im MainÄppelHaus auf dem Lohrberg
"Ein Fass, ein Traum und ein bissl Improvisation"
Manchmal verschwimmen die Rollen.
Bin ich heute 1. Vorsitzende? Ehemalige Apfelweinkönigin? Oder einfach ich selbst, mit Lust auf Ebbelwoi, guter Laune und ein bisschen Apfelbaumseligkeit?
Ich weiß es oft nicht so genau – besonders dann, wenn ich zu Veranstaltungen eingeladen werde und nicht ganz sicher bin: Bin ich jetzt offiziell hier? Wird mein Name gleich bei einer Rede genannt? Muss ich winken oder ist das nur was für Königinnen? Darf ich sitzen bleiben? Bühne? Mikro? Schulterklopfer?
In solchen Momenten helfen mir drei Dinge:
Spontanität. Gute Laune. Und ein paar warme Worte im Gepäck.
Als mich Gerhard, der engagierte und unglaublich herzliche Chef vom MainÄppelHaus, persönlich zum Apfelwein-Anstich eingeladen hat, habe ich mich riesig gefreut. Nicht nur, weil die Veranstaltung immer ein Highlight ist – sondern weil dieser Ort auf dem Lohrberg für mich wirklich ein kleines Paradies ist.
Mein Lieblingsort: In der Sonne unter einem Apfelbaum sitzen, ein frisches Schmalzbrot, dazu einen frischen Süßen oder ein kühler Ebbelwoi – und einfach mal in den Tag hineinträumen.
Ich lieb’s. Aber zurück zum Thema…
Pünktlich schaffte ich es in die Määhzweckhalle. Drinnen war es kuschelig warm, was bei den frostigen Februartemperaturen einfach nur gut tat. Die Halle war rappelvoll, und die Stimmung schon beim Reinkommen richtig gut.
Auf der Bühne spielte die Zweimannband „Frankfurter Zweierlei“, die mit hessischer Musik das Ambiente perfekt traf. Mein Partner und ich haben uns erstmal mit einem Willkommensgetränk versorgt, gefolgt von einem Bembel mit Wasser und Wurscht und der besten Kochkäs, den ich je gegessen habe.
Dann begann das Abendprogramm – und wie angekündigt (oder, wie Gerhard vorher charmant angedroht hatte) durfte auch ich nach vorne auf die Bühne.
Musik, Satirische Anekdoten, einem feinen Apfelwein-Jahrgang.
Und Gerhard, der mit seinem trockenen Humor und viel Herzblut durch den Abend führte.
Meine große Ehre des Abends: Ich durfte – zumindest in der Theorie – das Apfelwein-Fass anstechen. Leider war der Zapfhahn defekt, also blieb es eher bei einer symbolischen Aktion. Aber wie wir alle wissen: Der Apfelwein fließt trotzdem. Prost!
Mein Fazit: Danke. Für die Einladung, für den Ort, für den Abend.
Ich warn euch, ich komme wieder.
- Nicole
18. Juli 2024- Sommerfest des Stadtverband der Frankfurter Vereinsringe
"Von Matroschkas, Macher:innen und Motorrad-Club"
Der Stadtverband der Frankfurter Vereinsringe – das war für mich lange ein Buch mit sieben Siegeln. Ich wusste: Es gibt ihn. Aber was genau er macht, für wen, und warum, das war mir nicht wirklich klar.
Und ehrlich gesagt: Vereinsstruktur ist manchmal wie diese russischen Matroschkas – man hebt eine auf, und drunter kommt schon die nächste.
Was ich inzwischen gelernt habe: Der Stadtverband setzt sich für uns ein. Für uns als Vereinsring – und damit für unsere Vereine. Auf politischer Ebene, stadtweit, strategisch.
Und genau deshalb ist es so wertvoll, dort dabei zu sein.
Ich bin bei jedem Treffen neugierig, offen – und ehrlich gesagt oft erstaunt, wie viel ich noch dazulerne. Besonders spannend ist der Austausch mit den anderen Vereinsringen: Wir haben oft ganz ähnliche Herausforderungen – sei es bei der Nachwuchsgewinnung, beim Thema Digitalisierung oder bei Anträgen und Förderungen. Und das Schöne ist: Nicht jeder muss jede Schlacht allein schlagen. Im Netzwerk gibt’s Rat, Ideen – und einfach mal ein offenes Ohr.
Einmal im Jahr trifft man sich aber auch mal außerhalb der Tagesordnungen: Zum Beispiel beim Sommerfest! Diesmal wurde es im und am Vereinsheim des Harheimer Motorrad-Clubs gefeiert – und was soll ich sagen: Es war richtig schön.
Die Location? 1a! Viel Platz, grüne Wiese, charmante Hütten – perfekt für einen lockeren Sommerabend. Das Wetter? Sonnig und warm. Das Essen? Lecker. Herzhaft. Hausgemacht.
Die Stimmung? Herzlich und entspannt. Die Gastfreundschaft? Top!
Michael (mein Stellvertreter) und ich – wir waren am Ende wirklich die Letzten, die gegangen sind. Nicht, weil wir gemusst hätten. Sondern, weil wir einfach nicht gehen wollten.
Ich bin dankbar für die neuen Kontakte. Und wer weiß – vielleicht sind unter ihnen auch Menschen, die irgendwann zu neuen Freunden werden.
Mein Fazit: Man wächst da rein. Und man wächst miteinander.
Denn wir alle – von Harheim bis Höchst, von Bergen-Enkheim bis Bonames –
wir sind Macher:innen im Ehrenamt. Und zusammen können wir echt was bewegen.
- Nicole
2. Juni 2024 - Sommerfest PSV Bergen-Enkheim 1922 & 125 Jahre OGV Bergen-Enkheim 1899
"Hunde, Hortensie und eine Rollenrutsche fürs Herz"
Manche Tage in Bergen-Enkheim sind einfach durchgeplant bis auf die Minute – aber so, dass man am Ende des Tages mit einem breiten Lächeln und müden Beinen, aber ganz viel Herz nach Hause geht. Der 2. Juni 2024 war genau so ein Tag.
Am Vormittag ging’s los beim Polizei-Sportverein Bergen-Enkheim 1922 – und da war ich nicht nur als 1. Vorsitzende unterwegs, sondern auch aus ganz privatem Interesse: Denn seit kurzem habe ich eine Hündin – und was liegt da näher, als sich mal einen Verein anzuschauen, der sich Mensch und Hund gleichermaßen widmet?
Ehrlich gesagt war ich noch nie auf dem Gelände des PSV – und ich hätte nicht erwartet, dass es sich so groß, grün und liebevoll gepflegt präsentiert. Das Vereinsheim liegt etwas versteckt "Am Galgen", am Rand von Bergen – ein echter Geheimtipp.
Das Fest war toll organisiert: Es gab leckeres Essen & kalte Getränke, Verkaufsstände für Hundezubehör, und ein Wettrennen für die Vierbeiner!
Ich war unsicher, wie das ablaufen würde – und gestehe: Ich habe mich nicht getraut, meine Hündin und mich anzumelden. Ich hatte die völlig
absurde Vorstellung, selbst mit ihr rennen zu müssen (was vermutlich nur sie cool gefunden hätte).
Aber zuzuschauen war genauso spannend – und ganz ehrlich: Ich habe uns ein bisschen unterschätzt. Beim nächsten Mal sind wir dabei. Versprochen.
Danke an den PSV für diese neue Erfahrung – und dafür, dass ihr so herzlich alle Interessierten empfangt.
Direkt im Anschluss ging’s weiter – und zwar zur Gartenpforte des Obst- und Gartenbauvereins Bergen-Enkheim 1899, kurz OGV.
Ein ganz besonderes Jubiläum: 125 Jahre!
Ich musste kurz innehalten. Das sind hundert Jahre mehr, als ich überhaupt lebe. So viel Geschichte, so viel Wandel, so viel Engagement – und all das wurde an diesem Tag sichtbar und spürbar.
Der wunderschöne Lehrgarten, direkt neben dem Schießstand gelegen, war für mich bis dahin ein Ort hinter einer Mauer. Ich hatte keine Vorstellung, was sich dort verbirgt – und war verzaubert. Blühende Beete, Obstbäume, Sitzgruppen, liebevolle Details, Wissen zum Anfassen.
Und dazu: lecker Kuchen, leckeres Essen, kühle Getränke, und ganz viele freundliche Menschen, angeleitet vom engagierten Team rund um Christian Emmel und natürlich einige Grußworte.
Auch ich habe es mir nicht nehmen lassen, das Mikrofon zu ergreifen. Ich durfte ein paar persönliche
Worte sprechen, eine Urkunde verlesen – und natürlich ein kleines Geschenk
überreichen.
Es war zwar kein Obststrauch, aber ich bin mir sicher:
Die wunderschöne Hortensie, die wir überreicht haben, wird es beim OGV richtig gut haben –
und dort sicher bald ihre Blüten entfalten.
Ich war den ganzen Tag da – gemeinsam mit Freunden und unserer Apfelweinkönigin Lea I.. Und ja, wir haben nicht nur gegessen und geschaut – wir haben auch auf der Rollenrutsche Platz genommen. Das scheppernde Geräusch höre ich immer noch in meinem Kopf – und es macht mich immer noch glücklich.
Mein Fazit: Zwei Feste, zwei Vereine, ein Stadtteil – und ganz viel Herz.
Danke an den PSV und an den OGV – ihr habt mir nicht nur schöne Stunden beschert, sondern
auch wieder gezeigt, wie wertvoll, lebendig und vielfältig unser Bergen-Enkheim ist.
Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Stammtisch –
und auf die Wahl zum Apfelweinkönig.
- Nicole
15. März 2024 - Jahreshauptversammlung des Vereinsring Bergen-Enkheim e.V.
"Ein Anfang mit Herz und Fragen"
Das hier ist mein erster Eintrag. Ich bin ein bisschen aufgeregt – aber auch neugierig, was dieser Blog für mich und vielleicht auch für euch werden kann. Ich möchte euch mitnehmen auf meine Reise als neue Vorsitzende. Echt, offen und nicht perfekt – aber mit ganz viel Herz.
Ich hatte die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen gar nicht so richtig auf dem Schirm. Seit 2018 war ich als Beisitzerin im Vereinsring aktiv – mittendrin, aber irgendwie doch im „Hintergrund“. Immer mal wieder gab es diese kleinen Späßchen: „Du wirst bestimmt mal die Bea ablösen!“ Ich hab darüber gelacht. Aber innerlich wuchs etwas – ein Gefühl von: Vielleicht kann ich das ja wirklich.
Und dann kam der Abend. Die Versammlung. Ich wurde vorgeschlagen. Ich habe Ja gesagt. Und ich wurde gewählt. Ganz ehrlich? Ich war baff. Und ich war nicht allein: Auch Michael, ein engagierter Helfer beim letzten Altstadtfest und aktives Mitglied der PEP Cars, wurde vorgeschlagen – und ebenso gewählt – als 2. Vorsitzender.
Ich gebe zu: Ich hatte ein bisschen Angst. Michael ist neu in Bergen-Enkheim, noch nicht überall bekannt. Und ich weiß – aus meiner Zeit als Apfelweinkönigin, aber auch aus meinem eigenen Empfinden – wir Bergen-Enkheimer sind manchmal ein bisschen kritisch. Wir schauen genau hin. Aber was soll ich sagen: Das Team steht.
Besonders schön: Unsere ehemaligen Vorsitzenden und unsere Kassierin sind weiterhin an Bord. Sie gestalten mit, sie begleiten uns, sie helfen. Dafür bin ich unglaublich dankbar.
Nach der Wahl gab es viele Glückwünsche. Ich habe sie lächelnd angenommen, aber innerlich dachte ich: Wofür eigentlich? Ich habe ja noch gar nichts geleistet. Und dann ging’s los. Hunderte Fragen, To-dos, Veranstaltungen, Kalender, Kontakte. Wo fange ich an? Wie bleibe ich mir treu?
Vielleicht fragt ihr euch: Warum tust du dir das überhaupt an? Warum übernimmst du diese Verantwortung?
Meine Antwort: Ich bin überzeugt, dass wir alle eine Verantwortung für unsere Gesellschaft haben. Teilhabe ist nicht nur ein Recht – sie ist eine Haltung. Und manchmal muss man selbst die Veränderung sein, die man sich wünscht. (Mahatma Ghandi)
Außerdem liebe ich Menschen. Ich liebe Netzwerken, Gespräche, Begegnungen. Ich liebe diesen ganz besonderen Vereins-Zusammenhalt in Bergen-Enkheim. Und – mal ehrlich – wie toll ist es bitte, mitgestalten zu dürfen? Feste auf die Beine stellen, Menschen zusammenbringen, Neues wagen. Auch wenn ich nie den Job als Managerin gelernt habe – ich wachse mit der Aufgabe.
Ich bin gespannt, was kommt. Ich weiß, ich werde Fehler machen. Ich weiß, ich werde lernen. Aber ich weiß auch: Ich bin nicht allein.
Danke, dass ich dieses Amt mit Herz, Fragen – und euch – ausfüllen darf. 💙
-Nicole